Dienstag, August 02, 2005

Two to Toulouse - Tag 1

"Urlaubszeit - Reisezeit" - gemäß diesem Motto ("diesen Mottos" für Frau Gröner) wagen wir uns erneut in die weite, weite Welt und besuchen unsere französischen Freunde Bruce (der französische Name schlechthin) und Aude ("Oh'd" ausgesprochen; so genau weiß das, glaube ich, keiner). Die beiden habe ich vor Jahren während meiner Ausbildung in Paris kennengelernt (klingt jetzt, wie wenn die Ausbildung in Paris stattgefunden hätte). Beide wohnen inzwischen in - na, wo? - Toulouse, was sicher auch ein schönes Reiseziel ist.
Toulouse ist jetzt vielleicht nicht so ein spektakuläres Reiseziel wie New York (um mal an meinen damaligen Reisebericht zu erinnern, weswegen auch dieser ganze lange Kommentar in der Klammer als Link dient), aber die Unterschiede sind nun auch wirklich minimal (Toulouse hat beispielsweise keinen Apple Store, dafür macht in New York das Baguette schon beim Anschauen dick).

Damit der Trip auch noch schön aufregend wird, fliegen wir zum allerersten Mal mit RyanAir. Für viele vielleicht "airplaning for the rest of us", ich nenne es mal ketzerisch "Unterschichten-Fliegen". Man merkt sofort: hier wird gespart. Wo moderne Flughäfen wie z.B. der Frankfurter Airport digitale Anzeigen haben, werden hier die Schilder per Hand eingeschoben. Nicht immer auf die selbe Art (mal in die obere Zeile, mal in die unterste), aber Hauptsache das richtige Ziel steht dran.



RyanAir ist übrigens "BYOGSP: Bring Your Own Getränke, Snacks und Pausenbrot", für die, die's noch nicht wußten.



Die Kundschaft: Menschen, die man in der Regel in Talkshows sieht. Es klingt wirklich böse, ich weiß - aber es ist einfach so. Von der gebleichten Dumpfbacke mit Kurzhaarfrisur, die Sonja als erstes ihren Kofferwagen (?) in die Hacken rammt ("oh, hab ich Sie erwischt..?" - "nein, probieren Sie's nochmal, ich glaube der Fuß ist noch dran") über zwei Baywatch-Beauties (schade, dass wir nicht über Wasser fliegen) bis hin zum Zuhälter-Look mit Vokuhila, Schnauzer und Sonnenbrille. Ah, offenes Hemd nicht zu vergessen.

Instinktiv beginnt man, die Leute nach Talkshow-Themen einzuordnen und sich zu überlegen, wie sie sich wohl bei "Britt - Entscheidung am Nachmittag" oder "Vera am Mittag" vorstellen würden. Die "Zwei bei Kallwass"-Fraktion ist natürlich auch vertreten (mein Favorite ist ja "Das Geständnis" mit Alida).
Aber auch die von mir inzwischen geliebte ARD-Clientel ist vertreten ("Und wir atmen eeeiiiiin.....und aaauuuuuus.....und werfen den Regenschirm in die Luft und faaaangen wieder..."), sprich "ältere" Menschen.
Dann zwischendurch immer wieder Leute, wo man sich überlegt "die dürfen wählen?!" oder "sowas ist als Geschmack erlaubt?". Schlimm, schlimm.

Klinge ich eigentlich versnobt? Ach, kann nicht sein. ;-)

Immerhin mußten wir noch keine "Sind Sie Terrorist? Wenn ja, wie lange schon?"-Fragebögen ausfüllen.

Man kann sich übrigens auch die Flugzeit verkürzen, indem man über allerlei "Schmarrn" (um mal die urbayerische Vokabel zu gebrauchen) sinniert, was man so alles anstellen könnte. Z.B. schon recht "offiziell" angezogen ins Flugzeug steigen, irgendwo einen Anstecker der Fluggesellschaft auftreiben (gibt's oft in "Fanshops", wobei ich nicht unbedingt sicher bin, ob ausgerechnet RyanAir über einen solchigen (?) verfügt.), ihn sich an die Brust pinnen, als erster aussteigen und unten an der Treppe die Fluggäste mit einem strahlenden "Willkommen in Pisa!" begrüßen. Oder - gerade wenn der Ansturm am Gate besonders groß ist - laut zu rufen "ach Mist, Check-In ist nun doch bei Nummer 10" und darauf hoffen, dass die "Masse" (wir Menschen sind Herdentiere) folgt. Bei den anwesenden Personen hätte das sogar vermutlich funktioniert.

Zeitsprung

Gelandet. Der Flug verlief "normal", von den dauernden Werbedurchsagen ("Kaufen Sie ein Rubbellos und gewinnen Sie bis zu 2 Millionen Euro") mal abgesehen. Nach der Landung wird natürlich geklatscht, schließlich hocken viele Deutsche im Flieger. Kann auch sein, dass die Franzosen diese Unsitte teilen, ich weiß es nicht und bin auch nicht unbedingt daran interessiert, in dieser Richtung Nachforschungen anzustellen. Mir genügt es, wenn ich heil wieder lande und schnell an mein Gepäck komme. Der Apple-Aufkleber hilft bei der Vielzahl an schwarzen Trolleys wirklich sehr! :-) Vielleicht sollte ich aber auch noch einen auf die Unterseite des Koffers kleben, schließlich ist nicht immer garantiert, dass die Koffer auch "richtig rum" auf dem Band liegen. Ach, da könnte man stundenlang drüber philosophieren. Ich bin sicher, dass irgendein Gesetzt à la Chaos-Theorie besagt, dass wenn man seinen Koffer auf die eine Art belädt und dann noch ganz speziell aufgibt, dann die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Koffer "richtig rum" auf dem Fließband liegt (ich habe gerade 2h Zugfahrt von Montpellier nach Toulouse vor mir, man möge mir den Exkurs verzeihen).



Apropos Zugfahrt: ich sitze zum allerersten Mal im TGV. Die Franzosen bauen in der zweiten Klasse sogar noch engere Waggons als wir Deutschen. Dafür findet man auch hier Menschen, die auf dem falschen Platz sitzen. Wenigstens das ist einheitlich gelöst... ;-)



3h später
Wir sind bestens angekommen, wurden abgeholt, haben als Hauptspeise Crepes (bin grad zu faul, beim Mac das "Dächle" zu suchen) mit Schinken, Tomaten und Käse gegessen. Als Nachtisch Crepes mit Banane und Nutella. Sehr lecker. Und natürlich irgendwie typisch.

Damit endet Tag 1.

Bilder: Alle | Tag 1


3 Kommentar(e):

At 00:52, Sabine so...

Die Taste links neben der 1 und dann das e. Und voilà - schon werden aus ollen crepes richtig leckere crêpes, zu genießen als Vor-, Haupt- und Nachspeise und gelegentlich auch sogar schon als hors d'œuvre. Nach einiger Zeit in la belle France kann man sogar solche Buchstaben tippen: ç oder œ. Toll. EIne Errungenschaft für's Leben... ;-)

 
At 09:05, d-tem so...

*LOL* Crêpe ala voilâ ;-)

diese unsitte zu klatschen, ich kenne das nur von den urlaubsfliegern mit der LTU oder Hapag ;-)

schönen aufenthalt wünsch ich euch noch und bringt mir was schönes mit....

 
At 11:21, Anke Gröner so...

Neinnein, Frau Gröner hätte gerne den Dativ mit "gemäß".

(Hab ich irgendwo den Genitiv benutzt? Umgotteswillen.)

 

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