Münchener Geschichten
Die Münchener (wieso schreibe ich eigentlich dauernd "Münchner"?) sind eigen, soviel steht schon mal fest. Im Supermarkt merke ich es immer ganz besonders, da kommt momentan noch so eine Art "Kolonial-Denke" zum Vorschein: ich weigere mich krampfhaft, bayerische Tendenzen wie "Auf Wiederschaun" oder "Joa freilich" anzunehmen und rede mit der Wurstverkäuferin bewußt penetrant Hochdeutsch. Nicht, dass sie es dadurch vielleicht lernen könnte, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. So ähnlich müssen sich die Engländer im Kongo gefühlt haben.
Außerdem bleiben die Münchener bei rot an einer Ampel stehen!! Sowohl alte als auch junge Leute - und die haben dann diesen fiesen Blick drauf, wenn man schulterzuckend doch über die Straße geht. Deutsche Leitkultur in Form von "ES IST ROT!!! ("Sehen's dös net?!")-Schreien bleibt zwar bislang aus, wird aber nicht lange auf sich warten lassen.
Vielleicht habe ich auch unbewußt einen schlechten Einfluss auf die Münchener? Ähnlich wie in der einen Simpsons-Folge, wo man keine Tiere nach Australien mitbringen durfte, vergifte ich somit die bajuwarischen Grundpfeiler. Wenn das der Edmund wüßte... ("Nein...äh....jaaa.... Raus mussa!").
Wenn irgendwann in der Zeitung "Badischer Hesse verleitet unschuldige Bayern zu grobem Unfug" steht, werden die mich hier bestimmt nicht mehr dulden. Dann stehe ich in der Beliebtheits-Skala mit Feinstaub auf einer Stufe.
Aber wie erst letztens gelesen, sind wir von unserem Denken her nicht frei, sondern werden permanent durch unsere Umwelt geprägt. Vielleicht besteht also doch noch Hoffnung. Nur muss hier erstmal gegen 3 Jahre Mannheim angekämpft werden - na dann mal viel Spaß!
Dann heute - der Hammer: ein Schülerlotse (in diesem Fall war's ein älterer Herr) steht an seinem Zebrastreifen mit Winkerkelle und Neon-Weste. Auf einmal hält da ein Wagen vom deutschen Paketdienst, er geht hin, unterschreibt was und erhält ein Päckchen!! Welche Adresse hat er da bitte drauf geschrieben?!? "Am Zebrastreifen X-Straße Ecke Y-Straße"?? Sowas gibt's auch nur hier.
Ich hab's mir dann nicht verkneifen können und bin zu ihm hin und habe ihn gefragt. OK, logische Erklärung: er wohnt hier in der Nähe und der Paketfahrer kennt ihn schon. Hatte ich mir auch schon so gedacht, aber sischä is sischä...
Was macht der gute Mann eigentlich, wenn er mal ne Couch geliefert bekommt?





2 Kommentar(e):
die couche wird an den wegrand gestellt und dann in der freien zeit in anspruch genommen *hicks* um sich mal *hicks* ein zin40 einzuschieben *hicks*
Also bleiben die Bayern auch stehen, wenn sie mitten auf der Straße stehen, und dann rot wird? Kommt mir jetzt so vor.
Das Sofa wird am Zebrastreifen unterschrieben, der Paketdienst fährt dann zur Behausung des Mannes und schiebts in den Briefkasten, was sonst. ;)
mfg Lars
btw: lese schon lange still und klammheimlich dein blog, ich glaube sogar das ist mein erster comment. Mehr über mich? ptto.de.vu
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