Dienstag, November 30, 2004

New York, Tag 1, Montag

Ortszeit: 09:30 Uhr
Los geht's - nach New York. Nachdem am Vorabend alles gepackt wurde, sind Sonja und ich um 4 Uhr morgens aufgestanden und totmüde um 5:22 Uhr mit dem Bus zum Frankfurter Flughafen (schreiben tue ich dies im Flugzeug, wo es leider kein WLAN gibt...man kann nicht alles haben).

Die Zeit verging dann aber auch erstaunlich schnell. Die Kontrolle war wirklich sehr gründlich: erst wurde unser Gepäck manuell gefilzt, dann später noch mal geröngt, ich mußte meine Schuhe ausziehen, welche auch noch mal gescannt wurden und allein drei Mal mußten wir unsere Pässe vorzeigen. Jeder hat dann noch eine Liste bekommen, in denen man allerlei Dinge gefragt wird. Wie z.B. "waren oder sind Sie in Spionage, Sabotage- oder terroristischen Aktivitäten verwickelt?" oder "waren Sie am Völkermord zur Zeit des Zweiten Weltkrieges beteiligt?", usw. Am besten fand ich "Steht hinter Ihrer Einreise die Absicht, sich an strafbaren oder unmoralischen Handlungen zu beteiligen?" Bei der Frage habe ich mich schwer getan: in einem Land, wo es ein Skandal ist, wenn eine Ms. Jackson ihr Nippelpiercing entblößt, in dem darum gestritten wird, ob der Oralsex zwischen Monica Lewinski und Bill Clinton nun schon als Sex gewertet wird oder nicht und in dem dann aber per Gesetz (speziell für New York) Frauen das Recht verbrieft wird, in der U-Bahn barbusig fahren zu dürfen - was ist da unmoralisch? Naja, ich werd's wohl merken...

Hier im Flugzeug gibt es übrigens ca. 40 Filme zur Auswahl, da werden die 7h Flug wohl auch recht schnell rum gehen.

Ein Bekannter hatte mir übrigens von den ach-so-schönen Singapore Airlines-Flugbegleiterinnen vorgeschwärmt...naja...hübsche Gesichter, alle sehr schlank, aber irgendwie dann doch nicht mein Geschmack.

Ortszeit: 19:55 Uhr
Sonja und ich sind totmüde! Nach der Landung waren wir erst mal ein paar Stunden mit Gepäck rummarschiert, weil wir theoretisch erst 16 Uhr ins Hotel konnten (ok, 15 Uhr haben sie uns dann doch rein gelassen). Aber bereits nach 15 Minuten "über Tage" (d.h. nicht mehr in der U-Bahn) zeigte sich, dass New York trotz seiner über 8 Millionen Einwohner (vgl. Frankfurt: ca. 800.000) ein Dorf ist: wir liefen grad durch die City, als auf einmal jemand "Steffen..? Steffen!" ruft. Und zwar war das Paul von iRise, mit dem ich geschäftlich schon viel zu tun hatte, den ich schon in Frankfurt kennen gelernt hatte und mit dem wir uns eigentlich erst morgen (Dienstag) zum Essen verabredet hatten! Wahnsinn, was es für Zufälle gibt! Ich rede in dem Fall ja immer vom "Nork'schen Zufall", weil mir sowas irgendwie andauernd passiert.

Gut, wie gesagt: 15 Uhr ging's ins Hotel, das Riverside Inn. Das ist....hmm...naja, schon ziemlich herunter gekommen. Also man merkt schon eindeutig, dass es wirklich sehr günstig ist. Gut, aber was will man bei dem Preis auch erwarten? Immerhin: das Bett ist einigermaßen sauber, es gibt kein Viechzeug (Kakerlaken o.ä., toi toi toi) und - das beste - ich habe hier gleich vier (!) offene, unverschlüsselte AccessPoints, über die ich kostenlos ins Internet kann!! Somit wurde der erste Reisebericht auch gleich live gesendet, nämlich per Skype an meine family. Tja, kostenlose Internet-Telefonie hat schon was. Jetzt muss die "Gegenseite" nur noch die Geschichte mit der Webcam in den Griff bekommen und dann steht der grenzenlosen Kommunikation mit der Heimat nichts mehr im Wege...

Anschließend ging's wieder in die City. Ziel war erst mal das Empire State Building, für das wir schon mal bei "Tom" an einem New York-Informationsschalter Karten kaufen konnten. Tom kam ursprünglich aus Berlin, wohnt nun aber seit 25 Jahren in New York. Auf jeden Fall waren wir zuerst überrascht, dass hier ein Nicht-Tourist Deutsch spricht.
Überhaupt sind Sprachen hier so eine Sache: also ich höre prozentual mindestens ebenso viel Spanisch wie Englisch! Für mich natürlich bekanntermaßen die Traum-Kombi.

Von den Menschen her muss ich sagen, dass es wirklich sehr hektisch abläuft! Alles rennt auf den Straßen, alles telefoniert dabei per Handy, meist per Ohrstöpsel (viele lassen den auch einfach so drin ohne zu telefonieren) und keiner sucht bzw. erwidert Blickkontakt. Alle schauen stur gerade aus, nicht rechts, nicht links. Schon ein bißchen ungewohnt. Und/oder sie schotten sich mit Musik ab: wenn nicht telefoniert wird, haben die Leute hier Kopfhörer für ihre iPods/CD-Player/usw. im Ohr.

Was zu einer neuen "Kategorie" führt:

Daily Mac Count
iPods
Wir waren nur einen halben Tag da und ich habe insgesamt 39 Stück gezählt. Erkennbar immer an den weißen Ohrhörern. Viele tragen den iPod (vor allem den iPod mini) als modisches Accessoire entweder in der Hand oder lässig an die Tasche/Jacke geclippt. Hat was...

sonstige Macs
Ein 17" Powerbook und ein 12" Powerbook. Außerdem jede Menge großer iPod-Plakate. Nicht umsonst heißt es, dass New York den größten Apple-Anteil überhaupt hat (mal wieder rein prozentual). Ob's stimmt...keine Ahnung.


Was morgen auf dem super-ausgeklügelten Plan steht...keine Ahnung, weil der natürlich schon am allerersten Tag über den Haufen geworfen wurde. Nicht, dass ich es erwartet hatte... Ich vermute mal: shoppen und sich wieder die Füße wund laufen.

Fazit Tag 1
New York ist eine faszinierende Stadt! Ein bißchen Assi, ziemlich dreckig und für einen ersten Eindruck sehr anonym. Mal schauen, wie sich die New Yorker die nächsten Tage machen...

Bilder - wird laufend erweitert

4 Kommentar(e):

At 4:51 PM, Björn so...

Werde deine weiteren Reisebericht mit Spannung lesen, denn auch wir haben uns vorgenommen den Big Apple nächstes Jahr zu besuchen.

 
At 11:54 PM, Iceman so...

Einmal da gewesen, kann man nicht anders als immer wieder hin zu wollen...

 
At 6:22 PM, Flo902 so...

Hi Steffen,

find ich ja cool. Ich werde ab dem 1. März in New York weilen und auch im Riverside Inn residieren. Hab mir schon gedacht dass es nichts besodneres sein wird, aber guenstig isses schon.

Das mit den WLAN accesspoints is ja echt perfekt, habe schon geraetselt, wie ich ins internet kommen werde.

gruesse flo

 
At 6:28 PM, Steffen so...

Na dann mal einen schönen Aufenthalt!

Sieh zu, dass du ein Zimmer im Erdgeschoss kriegst, das ist erst vor kurzem renoviert worden. Der AP scheint nicht dem Hotel zu gehören, ich hatte je näher ich ans Fenster besseren Empfang.

 

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